Der Mensch will nur,
dass man versteht,
was in ihm drin
so vor sich geht.
Er will das freilich
ohne Mühe,
mag nicht reden,
sich erklären,
will nicht
aus dem Häuschen kommen,
zu viel Welt
macht ihn beklommen;
öffnet keinem
seine Pforte,
zäunt sich ein,
verliert kaum Worte;
und klopft doch mal einer an,
verschließt er sich,
so gut er kann,
dann brüllt er:
keiner soll es wagen,
durch ein Fenster reinzuspähn! -
und jammert stets
tagein, tagaus:
Ach, wenn es da nur jemand’ gäbe,
der versucht,
mich zu verstehn.
(2010)
Man stirbt nicht
irgendwann einmal,
man lebt so viele Tode
und übersteht all deren Qual,
der Akt des Sterbens wird banal,
man geht halt mit der Mode.
Mein Herz zu Füßen
trug ich dir,
der Grund zu leben
warst du mir,
doch dir war’s recht
und recht egal -
heut’ sterbe ich
ein weitres Mal;
die Agonie
lässt grüßen.
(2010)
Einfach alles oder nichts,
das sind unsere Optionen,
nicht Asyl im Selbstbetrug,
wie Freunde bleiben,
dies’ Getue -
Freunde hab ich schon genug!
(2010)
Wenn ich dich frage,
ob wir etwas unternehmen wollen,
dann frage ich nicht jemanden,
ich frage dich.
Ich hoffe,
du verstehst mich.
(2010)
Mir geht’s so gut,
ich kann ja gar nichts sagen.
Mir geht’s so gut,
ich darf mich nicht beschwern.
Mir geht’s so gut,
manch andrer wäre froh.
Mir geht’s so schlecht,
weil’s mir so gut gehn muss.
(2010)